Was ist Amazon DSP?
DSP steht für Demand-Side Platform. Amazons DSP ermöglicht programmatische Auktion auf Audience-Ebene. Statt auf das Keyword "yogamatte" zu bieten, bietest du auf "Frauen 25 bis 44 mit Lifestyle-Interesse Yoga, die in den letzten 30 Tagen eine Yogamatten-Detail-Page besucht haben". DSP-Ads laufen als Display Banner, Video Pre-Rolls, Connected-TV-Spots und Streaming-Audio.
DSP vs. Sponsored Ads: der grundlegende Unterschied
Sponsored Ads sind Keyword-Auktion in der Amazon-Suche und auf Detail-Pages. DSP ist Audience-Auktion auf jedem Slot, den Amazon programmatisch verkauft. Sponsored Ads sind Pull: der Kunde sucht aktiv. DSP ist Push: du erreichst Kunden, die gerade nicht suchen.
Mindestbudget und Targeting-Optionen
Mindestbudget: Managed Service typischerweise ab 10.000 EUR pro Monat. Self-Service ab 5.000 USD in manchen Märkten. DSP wird statistisch erst ab 5.000 bis 50.000 EUR Mediabudget pro Monat tragfähig auswertbar.
Targeting-Optionen:
- Audiences: Lifestyle, In-Market, Lookalike
- Retargeting: Detail-Page-Visitors, Cart-Abandoner, Past Purchasers
- Contextual: Platzierung auf Seiten mit bestimmtem Inhalt im Amazon-Publisher-Netzwerk
Formate: Display Ads (static und dynamic), Video Ads (In-Stream und Out-Stream), OTT/Connected TV (Prime Video, IMDb TV), Streaming Audio, Responsive eCommerce Creative.
Budget-Logik in der Praxis
Bei 15.000 EUR Mediabudget und durchschnittlich 4 EUR CPM erreichst du rund 3,75 Mio. Impressions. Mit 0,3 Prozent Click-Through-Rate ergibt das 11.250 Klicks. Bei 8 Prozent Conversion Rate auf Detail-Page-Visit-Retargeting etwa 900 Käufe. Grobe Schätzung, die Spreizung je nach Audience und Creative ist groß.
Optimierungs-Hebel
1. Retargeting-Audiences zuerst. Detail-Page-Visitors und Cart-Abandoner sind die günstigsten und stärksten DSP-Audiences. Damit startest du, bevor du Lifestyle- oder In-Market-Audiences testest.
2. Frequency Cap setzen. Ohne Cap zeigt DSP deine Ad demselben User 50-mal pro Woche. Sinnvoller Start: 3 bis 5 Impressions pro User und Woche.
3. Audience-Splits sauber testen. Pro Line Item nur eine Audience. Erst nach 4 bis 6 Wochen Stabilität konsolidieren.
4. AMC für Attribution nutzen. DSP-Last-Click-ROAS sagt fast nichts. View-Through-Conversions und Cross-Channel-Effekte siehst du nur in Amazon Marketing Cloud. Pflichtsetup für jedes ernsthafte DSP-Programm.
5. Creative-Rotation. Mindestens 3 Creative-Varianten pro Audience, alle 4 bis 8 Wochen austauschen. Bannerblindheit ist real.
Häufige Fehler
DSP mit Sponsored-Ads-ROAS bewerten. DSP ist Upper-Funnel. Wer nach 6 Wochen den Last-Click-ROAS misst und enttäuscht ist, hat das Setup falsch verstanden.
Budget zu klein. Unter 5.000 EUR Mediabudget pro Monat ist DSP statistisch nicht auswertbar. Lieber Sponsored Ads ausbauen, bis das Budget reif für DSP ist.
Kein AMC-Setup. DSP ohne AMC ist wie Auto fahren ohne Tacho. Du weißt nicht, ob du beschleunigst oder bremst.
Alle Audiences gleichzeitig starten. 12 Line Items in Woche 1 sind unauswertbar. Retargeting zuerst, dann In-Market, dann Lifestyle.
Verwandte Begriffe
- Amazon Marketing Cloud: die einzige belastbare Attribution-Quelle für DSP
- Sponsored Display: der einfachere Einstieg in Display-Retargeting ohne DSP-Mindestbudget
- TACOS: wie DSP den Gesamt-TACOS mittelfristig beeinflusst
- Sponsored Brands: das häufigste Zusammenspiel mit DSP im Funnel
Kurz zusammengefasst: Amazon DSP ergänzt Sponsored Ads im Upper- und Mid-Funnel. Relevant ab ca. 5.000 EUR Mediabudget pro Monat. Retargeting-Audiences zuerst aufbauen, Frequency Caps setzen, AMC für Attribution obligatorisch. DSP ohne AMC ist blind.