Definition und Platzierung

Sponsored Brands sind keyword-basierte Anzeigen, die am oberen Rand der Suchergebnisseite erscheinen, direkt über den organischen Ergebnissen. Eine Anzeige zeigt das Markenlogo, eine selbst verfasste Headline und bis zu drei Produkte. Klick auf das Logo oder die Headline führt zur Amazon Storefront oder zu einer benutzerdefinierten Zielseite innerhalb von Amazon, Klick auf ein Produkt direkt zur Produktdetailseite.

Voraussetzungen

Sponsored Brands setzen die Amazon Brand Registry voraus. Ohne registrierte Marke ist das Format nicht buchbar. Die Brand Registry erfordert eine eingetragene oder angemeldete Marke in einem der unterstützten Länder.

Außerdem braucht man eine Storefront oder eine Zielseite innerhalb von Amazon (Custom URL), auf die geklickt wird. Eine leere oder schlecht strukturierte Storefront ist einer der häufigsten Fehler bei Sponsored Brands.

Drei Formate innerhalb von Sponsored Brands

  • Product Collection: Das Standard-Format. Zeigt Logo, Headline und bis zu drei ausgewählte Produkte. Verlinkt auf die Storefront oder eine Custom URL.
  • Store Spotlight: Zeigt drei Unterseiten der eigenen Storefront als separate Karten. Eignet sich für Brands mit mehreren Produktkategorien.
  • Video: Autoplay-Video direkt in der Suchergebnisseite, verlinkt auf die Produktdetailseite. Erzielt oft deutlich höhere CTR als statische Formate, erfordert aber professionelle Videoproduktion.

Was sagen SB-Kennzahlen?

Sponsored Brands haben typischerweise einen höheren ACOS als Sponsored Products. Das ist kein Fehler, sondern das Wesen des Formats. SB spricht Nutzer früher im Kaufentscheidungsprozess an und baut Markenbekanntheit auf, bevor der Kauf-Intent vollständig ausgeprägt ist.

Die wichtigste Kennzahl für Sponsored Brands ist die CTR: Überzeugt die Headline? Stimmt das Hauptbild des ersten Produkts? Passt das Logo zur Zielgruppe?

Wann Sponsored Brands sinnvoll sind

Sponsored Brands machen erst ab einer funktionierenden Sponsored-Products-Basis Sinn. Wer noch keine profitablen SP-Kampagnen hat, sollte das Budget dort investieren. SB ist eine Ergänzung, kein Ersatz.

Besonders sinnvoll sind Sponsored Brands bei:

  • Brand-Keywords: Die eigene Marke ist der günstigste und konversionsstärkste Keyword-Typ für SB. Wer bei der Suche nach dem eigenen Markennamen keinen SB-Slot belegt, überlässt ihn der Konkurrenz.
  • Competitive Defense: SB verteidigt Marktanteile gegen Wettbewerber, die auf die gleichen Keywords bieten.
  • Brand-Aufbau: Für neue Brands, die Bekanntheit aufbauen wollen, ist SB das einzige Format, das Logo und Markenname prominent zeigt.

Optimierungs-Hebel

  • Brand Keywords priorisieren: eigene Markennamen, Produktnamen und Brand-Kombinationen als Exact-Keywords buchen
  • Headlines testen: A/B-Tests mit zwei verschiedenen Headlines. Konkrete Nutzenkommunikation schlägt Willkommensfloskeln.
  • Video-Format testen: SB-Video erzielt oft 2 bis 3 Mal höhere CTR als statische Product Collection, erfordert aber gutes Videomaterial.
  • Storefront pflegen: Wer auf die Storefront verlinkt, muss sicherstellen, dass sie auch konvertiert. Eine leere Storefront kostet mehr als sie bringt.
  • Budget trennen: SB-Budget nicht mit SP-Budget mischen. Wenn das Budget eng wird, gewinnt SP, und das ist oft richtig.

Häufige Fehler rund um Sponsored Brands

Fehler 1: Sponsored Brands als Einstieg. SB erfordert Brand Registry, Storefront und ein solides Produkt-Portfolio. Wer damit anfängt, bevor SP läuft, investiert in das falsche Format.

Fehler 2: "Willkommen bei [Marke]" als Headline. Generische Begrüßungsfloskeln konvertieren schlecht. Stattdessen: konkreter Vorteil, Produktkategorie oder Zielgruppe in der Headline.

Fehler 3: Schlechte Storefront. Wenn SB auf eine leere oder unstrukturierte Storefront verlinkt, ist die Click-Journey zu Ende. Storefront vor SB-Start optimieren.

Fehler 4: Kein Brand-Keyword-Schutz. Bei der Suche nach dem eigenen Markennamen konkurrieren sonst Wettbewerber um den TOS-Slot. SB auf Brand-Keywords ist defensiv, nicht optional.

Verwandte Begriffe

Kurz zusammengefasst: Sponsored Brands sind das Sichtbarkeits- und Markenformat auf Amazon. Sie machen Sinn nach einer funktionierenden SP-Basis, setzen Brand Registry voraus und performen am stärksten bei Brand-Keywords und gut strukturierten Storefronts.