Was ist eine Bid Strategy?
Die Bid Strategy ist eine Einstellung auf Kampagnen-Ebene bei Sponsored Products. Sie legt fest, ob Amazon dein Gebot auf Basis der Conversion-Wahrscheinlichkeit anhebt, senkt oder unverändert lässt. Amazon nutzt dafür interne Signale wie Suchanfrage, Kaufhistorie und Wettbewerb. Du wählst die Strategie pro Kampagne, nicht pro Keyword.
Die drei Optionen im Vergleich
Dynamic Bids — down only
Amazon senkt dein Gebot, wenn ein Klick unwahrscheinlich zur Conversion führt. Anheben ist nicht möglich. Das ist die defensive Variante und der Standard für neue Kampagnen ohne Daten-Basis.
Dynamic Bids — up and down
Amazon darf dein Gebot um bis zu 100 Prozent erhöhen (auf Top-of-Search-Placements) oder um bis zu 50 Prozent auf anderen Placements. Bei niedriger Conversion-Wahrscheinlichkeit wird gesenkt. Gut für Kampagnen, die nachweislich profitabel laufen.
Fixed Bids
Dein Gebot bleibt exakt so, wie du es eingestellt hast. Keine Anpassung durch Amazon. Maximale Kontrolle, ideal für saubere Test-Setups.
Rechenbeispiel: Up and down
Du setzt ein Gebot von 0,50 EUR. Bei Up and down kann Amazon daraus machen:
- Top of Search, hohe Conversion-Wahrscheinlichkeit: bis zu 1,00 EUR (+100 Prozent)
- Product Pages, hohe Conversion-Wahrscheinlichkeit: bis zu 0,75 EUR (+50 Prozent)
- Beliebiges Placement, niedrige Conversion-Wahrscheinlichkeit: zum Beispiel 0,30 EUR
Dein durchschnittlicher CPC kann also deutlich vom Basisgebot abweichen.
Welche Strategie wähle ich wann?
Start mit Down only. Neue Kampagnen ohne Conversion-Historie laufen am stabilsten. Du sammelst Daten, ohne dass Amazon dein Gebot nach oben treibt.
Wechsel zu Up and down, wenn Daten da sind. Sobald eine Kampagne 50 oder mehr Conversions hat und der ACOS unter deinem Ziel liegt, ist Up and down einen Test wert. Du nutzt dann Amazons Algorithmus, um profitable Klicks aggressiver zu sichern.
Fixed Bids für Tests. Wenn du ein neues Keyword-Set oder ein neues Produkt testest, gibt dir Fixed Bids saubere CPC-Werte ohne Algorithmus-Verzerrung.
Top-of-Search Placement Modifier separat steuern. Der Placement Modifier (zum Beispiel +50 Prozent auf Top of Search) wirkt zusätzlich zur Bid Strategy. Bei Up and down kannst du also doppelte Erhöhungen bekommen. Rechne das durch, bevor du beides hochziehst.
Häufige Fehler
Up and down ohne Daten-Basis. Eine neue Kampagne auf Up and down zu starten heißt, dass Amazon Gebote erhöht, bevor du weißt, ob die Klicks konvertieren. Budget verbrennt schnell.
Fixed Bids ohne Monitoring. Fixed Bids geben Kontrolle, aber keine Automatik. Wenn du das Setup einmal aufsetzt und nicht mehr ansiehst, verpasst du Reaktionen auf Marktveränderungen.
Bid Strategy mit Placement Modifier verwechseln. Beides beeinflusst dein effektives Gebot, aber unabhängig voneinander. Ein +100 Prozent Placement Modifier auf Top of Search plus Up and down kann dein Gebot vervierfachen.
Alle Kampagnen mit derselben Strategie. Eine Brand-Defense-Kampagne hat andere Anforderungen als eine Discovery-Auto-Kampagne. Eine einheitliche Bid Strategy für alles ist eine vergebene Chance.
Verwandte Begriffe
- Placement: Top of Search: wie Placement Modifier und Bid Strategy zusammenwirken
- CPC: der tatsächliche Preis je Klick, der durch die Bid Strategy beeinflusst wird
- ACOS: die Kennzahl, auf deren Basis du die richtige Strategie wählst
- Auto vs. Manual Kampagne: Auto-Kampagnen empfehlen sich standardmäßig mit Down only
Kurz zusammengefasst: Start mit Down only, wechsle zu Up and down erst wenn Conversion-Daten da sind, und nutze Fixed Bids für kontrollierte Tests. Nie alle Kampagnen mit derselben Strategie betreiben.